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Die besten Strategien für den Generationenwechsel im Mittelstand

14. März 2019 / Veränderung

Junge Menschen sind einfach anders. Sie haben andere Werte, andere Bedürfnisse und andere Weltanschauungen als ältere Generationen. Kein Wunder, dass da manchmal Welten aufeinanderprallen und unter Augenrollen Sätze wie „Die Jugend von heute…“ fallen. Aber was soll so etwas eigentlich heißen? Was ist denn mit der Jugend von heute? In der Arbeitswelt ist zumindest einiges los, wenn es um junge Menschen geht, Stichwort Generationenwechsel. Wie dieser reibungslos gelingt und welche Strategien Unternehmen dabei helfen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die besten Strategien für den Generationenwechsel im Mittelstand

Platz da – die neuen Talente kommen

Während die Generation der Baby Boomer auf dem deutschen Arbeitsmarkt nur noch drei Prozent der Arbeitnehmer ausmacht und sie langsam auf Rente und Pension zusteuert, scharren andere bereits mit den Hufen: die Generationen Y und Z. Schon heute stellt erstere rund 50 Prozent aller Arbeitnehmer, letztere rund 20 Prozent. Die Tendenz ist steigend und stellt viele Unternehmen vor eine neue Herausforderung. Denn mit den neuen Generationen treten auf einmal andere Werte und Arbeitsvorstellungen zutage – und diese sollten Unternehmen sowie Führungskräfte für einen erfolgreichen Generationenwechsel unbedingt beachten.

Leben, um zu arbeiten lautete lange die Devise der deutschen Arbeitnehmer. Später hieß es dann arbeiten, um zu leben. Beide Mottos sind mittlerweile längst überholt, denn mit dem Generationenwechsel ändert sich auch die Motivation der Arbeitskräfte. So geht es der Generation Y in erster Linie um Sinn und Selbstverwirklichung im Job. Die jüngere Generation Z weitet das noch aus in Richtung „Community first“. Ihr geht es um eine gleichberechtigte Zusammenarbeit in einer Gemeinschaft. Starre Hierarchien kommen dabei alles andere als gut an und auch patriarchalisch geführte Unternehmen sind für die jungen Arbeitskräfte keine attraktiven Arbeitgeber. Selbstbestimmung und offene Strukturen sind das Geheimnis für einen erfolgreichen Generationenwechsel im Betrieb.

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So denken die Generationen Y und Z

Typisch für die Generation Y ist ihre Bereitschaft, sich voll und ganz in den Job einzubringen. Sie möchte Karriere machen und hat genug Biss, um dafür zu kämpfen. Dabei ist es jedoch essentiell, dass ihr Job ihren Talenten und Stärken entspricht. Dinge einfach hinnehmen? Für die jungen Menschen der Generation Y ist das keine Option. Sie hinterfragen alles genau: Warum muss ich bis 18 Uhr im Büro bleiben, wenn nichts mehr zu tun ist? Warum darf ich tagsüber keine privaten E-Mails schreiben, wenn ich doch am Wochenende auch die beruflichen beantworten soll? Die Frage nach dem Warum ist für diese Generation entscheidend. In Stein gemeißelte Strukturen und starre Hierarchien können deswegen ein echtes Problem darstellen – für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen. Damit der Generationenwechsel im Unternehmen gelingt, ist es für Führungskräfte deswegen absolut notwendig, sich mit einem Wandel ihrer Unternehmenskultur zu beschäftigen.

Das gilt auch im Zusammenhang mit der Generation Z. Diese ist mit Medien wie Smartphone, Tablet und PC aufgewachsen und lebt somit komplett digital sozialisiert. Wissen mit anderen teilen? Ganz normal, denn die sogenannten Digital Natives leben in einer Art Community-Kultur. Für Unternehmen und Führungskräfte, die an einem erfolgreichen Generationenwechsel arbeiten, heißt das: absolut selbstbestimmte, flache und natürliche Hierarchien schaffen. Denn die Generation Z legt Wert auf eine ganz andere Arbeitskultur als die der letzten Jahrzehnte. Für sie hat derjenige Autorität, der mit Argumenten und Expertise überzeugt. Ideen möchten sie uneigennützig einbringen und gemeinsam weiterentwickeln. Aufgaben wählen sie am liebsten selbst und arbeiten stets im Sinne der Gemeinschaft. Spaß, Lebenslust und Individualismus gepaart mit einer flexiblen Jobgestaltung lautet die Devise dieser jungen Arbeitnehmer. Wer als Führungskraft eine moderne Unternehmenskultur schaffen und den Generationenwechsel mit Erfolg durchführen will, sollte diese Faktoren in jedem Fall beachten.

Herausforderungen in Sachen Generationenwechsel…

Wer also als Unternehmer Spitzenkräfte und echte Höchstleistungen für seinen Betrieb bekommen möchte, kommt um eine Weiterentwicklung seiner Unternehmenskultur nicht herum. Die Herausforderung dabei: Sie müssen Wert und Sinn sowie eine flexible Arbeitsorganisation anbieten können. Damit einher geht die Fortbildung der Führungskräfte. Ein Big Boss, der kommandiert und absoluten Gehorsam erwartet? Für den Nachwuchs der Generationen Y und Z ist das ein echtes No-Go. In ihren Augen sollten Führungskräfte flexibel sein und als Coach agieren, der seine Mitarbeiter individuell und ihren Motiven entsprechend fördert. Für den gelungenen Generationenwechsel ist das extrem wichtig.

Hinzu kommt, dass die Generation Z eine völlig andere Idee der Arbeitskultur hat als viele Unternehmen sie bisher gelebt haben. Die Ursache dafür sind ihre Eltern. Als Super- oder Helikopter-Eltern umschwirren sie ihre Kinder permanent wie ein Hubschrauber. Wünsche und Bedürfnisse erfüllen sie, ohne dass die Kinder diese überhaupt äußern müssen. Keine Frage, dass der Verwöhnfaktor in dieser Generation extrem hoch ist. Für Unternehmen und Führungskräfte, die am Generationenwechsel arbeiten, ist das eine weitere Herausforderung. Anleiten und bestätigen lautet hier das Zauberwort. Wollen Führungskräfte die Talente der Generation Z erreichen, ist statt Kritik Bestätigung angesagt. Systematische, klare Anleitung und regelmäßiges Feedback gehören hier ebenso dazu wie feste Ansprechpartner, die ihnen Orientierung geben. Nur so können sich die jungen Arbeitnehmer voll entfalten und Höchstleistungen erbringen.

…und geeignete Strategien

Wenn Sie jetzt denken, die jungen Mitarbeiter seien ein Problem, liegen Sie leider falsch. Das „Problem“ (wenn es denn wirklich eines ist) sind die Unternehmen selbst. Um den Generationenwechsel erfolgreich zu meistern, müssen sie nämlich etwas tun, was sie wirklich ungerne machen: Sie müssen Neuland betreten! Denn Karriereaussichten und finanzielle Anreize sind kein Lockmittel mehr für die neuen Arbeitskräfte. Wer als attraktiver Arbeitgeber überzeugen will, muss einen Führungskader stellen, der aus Menschen besteht, mit denen andere gerne zusammenarbeiten. Führungskräfte müssen Stärke und Autorität ausstrahlen – durch emotionale Intelligenz und nicht durch Befehle oder Machtgehabe.

Doch wie gelingt das? Diese Strategien helfen Ihnen beim Generationenwechsel garantiert weiter:

1. Nehmen Sie sich Zeit, sich mit Ihren zukünftigen Mitarbeitern auseinanderzusetzen. Berücksichtigen Sie, wie die neuen Generationen ticken und beschäftigen Sie sich damit, was die jungen Talente begeistert, was ihnen wichtig ist und welche Arbeitsbedingungen ihre Produktivität fördern.

2. Seien Sie mutig und wagen Sie es, die Konzepte Ihres Unternehmens umzustellen. Historisch gewachsene, starre Strukturen bringen auf Dauer keinen Erfolg. Setzen Sie auf einen kooperativen Führungsstil und partnerschaftliche Zusammenarbeit.

3. Entwickeln Sie Ihre Feedbackkultur weiter. Regelmäßiges, ehrliches und professionelles Feedback gibt Ihren jungen Nachwuchskräften das Gefühl, ernst genommen zu werden und hilft ihnen dabei, sich weiterzuentwickeln. So fördern Sie Talente und profitieren am Ende von zufriedenen und produktiven Mitarbeitern.

4. Überzeugen Sie mit Know-How statt mit strenger Autorität. Die Zeiten, in denen Ideen ausschließlich vom Chef kommen, sind vorbei. Für die neuen Generationen zählt der Nutzen der Idee und nicht, wer sie hatte. Gleichberechtigte Zusammenarbeit ist das Erfolgsrezept für einen gelungenen Generationenwechsel.

5. Sie glauben, der Nachwuchs muss sich an Ihr Unternehmen anpassen? Bitte nicht, denn damit werden Sie auf lange Sicht verlieren! Die jungen Mitarbeiter von heute wollen eine Behandlung als Individuen – eine Führungskraft sollte also auf jeden Mitarbeiter einzeln eingehen, um sein volles Potential zu wecken. Für den erfolgreichen Generationenwechsel ist das absolut entscheidend.

Generation YGeneration ZHierarchiejunge Talente
0 Kommentare / von Thomas Pütter
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